Falschinformationen über Covid-19

Stand:

Vermeintliche Wundermittel gegen Covid-19, Masken zu Wucherpreisen, Verharmlosung der Pandemie: Corona hat bei vielen zu großer Unsicherheit geführt. Hier finden Sie Orientierung gegen Falschnachrichten.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Falschinformationen können dazu führen, dass Menschen unwirksamen Mitteln vertrauen oder wirksame Mittel ablehnen.
  • Das kann umso mehr Ansteckungen auslösen und damit einen Anstieg der Infektionszahlen.
  • Rechtswidrige Aussagen von Online-Anbietern kann die Verbraucherzentrale abmahnen.
  • Faktencheck-Gesundheitswerbung klärt auf und nimmt Hinweise entgegen.
Corona auf dem ganzen Welt
On

Das Geschäft mit der Angst

Seit dem Beginn der Pandemie geht das so: Vermeintliche Wundermittel gegen das Sars-CoV-2-Virus werden angepriesen, von Echinacea bis Vitamin D. Angeblich problemlose Corona-Tests zum Selbstgebrauch gibt es im Netz, in Fake-Shops wird Gold zum Kauf angeboten, das nicht geliefert wird. Im März 2020 wurden Atemschutzmasken und Desinfektionsmittel zu Wucherpreisen verkauft. Mancherorts gaben sich Betrüger als Mitarbeiter des Gesundheitsamts aus, die an der Haustür kostenpflichtige Coronatests verkaufen wollten.

Das Geschäft mit der Angst blüht in Zeiten der Verunsicherung. Die Europäische Union warnt immer wieder vor FFP2-Masken, die nicht als Schutzausrüstung zertifiziert sind und daher möglicherweise nicht die geltenden Sicherheitsanforderungen erfüllen. Die Europäische Arzneimittelaufsicht EMA warnt vor dem Kauf von angeblich verfügbaren Arzneimitteln gegen das Coronavirus bei unregistrierten Internetapotheken oder Online-Versendern.

Tipp: Wer aufgrund von Falschinformationen unwirksamen Mittel vertraut oder wirksame Mittel ablehnt, riskiert eine Erkrankung oder einen Anstieg der Infektionszahlen, das Auftreten von möglichen Folgeschäden oder Schäden durch Falschbehandlung. Angebliche Wundermeldungen sollten Sie deshalb bei seriösen Quellen überprüfen, etwa bei öffentlichen Behörden und Institutionen wie dem Robert Koch-Institut, dem Bundesgesundheitsministerium oder den zuständigen Landesbehörden sowie auf den Seiten der Verbraucherzentralen.

 

Wie erkenne ich Falschinformationen?

Suchmaschinen sortieren die Reihenfolge der Trefferlisten nicht automatisch nach Qualität. Das Suchergebnis schwankt je nach Algorithmus (Betriebsgeheimnis), nach persönlicher Such-Geschichte, durch Werbeanzeigen oder weitere Mechanismen. Messenger wie Telegram, in denen sich Falschnachrichten stark verbreiten, unterliegen überhaupt keiner Kontrolle.

Achtung bei vermeintlich sensationellen Nachrichten und Vorsicht bei Online-Shops. Schenken Sie sehr positiven oder sehr negativen Nachrichten rund um Corona nicht ohne weiteres Glauben. Vergleichen Sie zuerst, wie andere Quellen etwa von seriösen Medien oder offiziellen Stellen diese Nachricht einordnen. Teilen Sie Inhalte in den sozialen Medien nicht, bevor Sie diese selbst gelesen bzw. geprüft haben.

Betrügerische Online-Shops sind teils nur schwer von seriösen Angeboten zu unterscheiden. Die Verbraucherzentralen sprechen Abmahnungen aus, wenn Anbieter etwa in der Corona-Krise die Angst und Unsicherheit der Menschen mit unlauteren Mitteln ausnutzen, um daran zu verdienen. Das gilt auch für falsche Gesundheitsversprechen, die eindeutig verboten sind. Eine Abmahnung ist ein außergerichtliches Verfahren. Verstößt ein Anbieter gegen Wettbewerbsrecht, wird er damit aufgefordert, diese Verstöße zu unterlassen. Tut er das nicht, muss er eine Vertragsstrafe zahlen (sogenannte strafbewehrte Unterlassungserklärung).

Gerade beim Onlinehandel sind fragwürdige Anbieter aber oft nicht auffindbar. Verbraucher wären besser geschützt, wenn solche Seiten gar nicht erst online gehen würden. Immerhin reagierten die großen Internetkonzerne zu Beginn der Corona-Pandemie. Facebook verbot Werbung für Desinfektionsmittel, Atemmasken und angebliche Corona-Tests. Dafür erhielten Gesundheitsbehörden und die Weltgesundheitsorganisation Pop-Up-Meldungen im News Feed und kostenlose Werbeanzeigen. Auf Instagram schränkte Facebook Falschinformationen zum Coronavirus  in ihrer Reichweite ein und versah sie mit einem Hinweis.

Wie können Sie selbst Fake-Shops im Internet erkennen? Diese Punkte sollten Sie misstrauisch machen:

  • Es fehlt eine direkte Kontaktmöglichkeit zum Anbieter
  • Es gibt kein Impressum
  • Als Zahlungsmittel ist nur Vorkasse möglich

Warum blühen Falschnachrichten rund um Corona?

Falschnachrichten und Verschwörungsmythen hat es auch früher gegeben. Mit der Pandemie wurden sie jedoch sehr laut. Das liegt zum einen daran, dass sie mit Hilfe digitaler Netzwerke aus einem kleinen Kreis den Weg in die breite Öffentlichkeit fanden. Und das liegt auch an diesem Virus selbst: Das Corona-Virus und die Erkrankung Covid-19 betrifft durch die sozialen und wirtschaftlichen Einschränkungen alle Menschen. Am Anfang war kaum etwas über die Ansteckungswege bekannt, bis heute sind viele Eigenarten des Virus unzureichend erforscht. Gleichzeitig ist das Virus für viele Menschen immer noch ein unsichtbarer Gegner. Die schweren Folgen der Erkrankung waren nicht überall sichtbar (sogenanntes Präventions-Paradoxon). Das schafft Unsicherheit.

Hinweis: Auf „Faktencheck-Gesundheitswerbung“ nehmen wir Hinweise auf falsche, irreführende oder gefährliche Gesundheitsinformationen entgegen – mit oder ohne Corona-Bezug. Hier geht es zum Kontaktformular.

Wer sich direkt an die Aufsichtsbehörden wenden möchte, findet die offizielle Auflistung bei der „Zentralstelle der Länder für Gesundheitsschutz bei Arzneimitteln und Medizinprodukten“. Dort sind die Behörden nach Bundesländern geordnet.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV