Checkliste für gute Gesundheitsinformation

Stand:

Mehr als 13 Millionen deutschsprachige Webseiten gibt es zum Thema Gesundheit. Darunter die richtige zu finden, gleicht der Suche nach der Nadel im Heuhaufen. Gerade bei Gesundheit und Krankheit möchte man gut informiert sein. Hier finden Sie Tipps, was Sie selbst aktiv tun können.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Achten Sie bei der Suche nach guten Gesundheitsinformationen auf Qualitätskriterien.
  • Bleiben Sie kritisch bei gesundheitsbezogenen Werbeaussagen.
  • Gehen Sie gut vorbereitet zu einem Arzttermin und fragen Sie nach, wenn etwas unklar ist.
Checkliste
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So prüfen Sie Gesundheitswebseiten

Es gibt Kriterien für gute Gesundheitsinformationen im Internet. Hier ein Überblick:

  Inhalte sind sachlich, objektiv, verständlich und mit wissenschaftlichen Quellen belegt.

  Inhalte wecken keine übertriebenen Erwartungen und schüren auch keine Ängste.

  Nutzen, Risiken und mögliche Nebenwirkungen werden nicht übertrieben dargestellt, aber auch nicht übertrieben oder abgestritten.

  Hinweise auf weitere Behandlungsoptionen und Konsequenzen einer Nicht-Behandlung sind vorhanden.

  Es wird darauf hingewiesen, bei konkreten Fragen und Beschwerden professionellen medizinischen Rat einzuholen.

  Motive und Ziele der Information werden deutlich.

  Angaben zum Verfasser stehen im Impressum (in Deutschland gesetzlich vorgeschrieben).

  Es ist ein Warnzeichen, wenn ein Impressum fehlt, auf einen Dienstleister im Ausland verweist oder keine identifizierbare Person angegeben ist.

  Die Finanzierung ist transparent dargestellt.

  Das Erstelldatum der Information ist ersichtlich bzw. die nächste Aktualisierung.

  Nutzer erfahren, wie mit ihren Daten umgegangen wird.

  Falls Verlinkungen vorhanden sind: Wohin führen sie? Ein Warnzeichen ist es, wenn auf unseriöse Internetseiten, Werbung oder Produktmarketing verlinkt wird.

  Die Webseite lässt sich ohne Probleme aufrufen, ist strukturiert und übersichtlich aufgebaut und enthält eine Suchfunktion.


Quellen:
Wie finde ich gute Gesundheitsinformationen im Internet? Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) 2020, sowie: Kriterienraster zur Bewertung schlechter Gesundheitsinformation, in: Schlechte und gefährliche Gesundheitsinformationen. Wie sie erkannt und Patienten besser geschützt werden können. Bertelsmann Stiftung 2019.

 

Worauf Sie zusätzlich achten können

Es gibt zwei etablierte Siegel für Gesundheitsseiten im Netz:

Der HONcode der Health on the Net Foundation ist der älteste Verhaltenskodex für gesundheitsbezogene und medizinische Webseiten. Seiten, die mit diesem Zeichen zertifiziert sind, halten 8 festgelegte Prinzipien ein, etwa Transparenz der Quellen und Qualifizierung der Autoren, Datenschutz oder Trennung von Werbung und redaktionellem Inhalt.

Das afgis-Qualiätslogo des Aktionsforums Gesundheitsinformationssystem erhalten Webseiten mit qualitativ hochwertiger Gesundheitsinformation. Dahinter steht ein Zusammenschluss von Verbänden, Unternehmen und Einzelpersonen, das zehn Transparenzkriterien aufgestellt hat.

So prüfen Sie Werbeaussagen

Gesundheitsbezogenen Aussagen in der Werbung sind zwar reguliert, aber die Grenzen sind für Verbraucherinnen und Verbraucher schwer zu durchschauen. Am besten kontrolliert sind Arzneimittel. Sie sollen Krankheiten heilen, lindern oder vorbeugen. Geworben werden darf nur für das Anwendungsgebiet, für das das Mittel zugelassen ist. Nahrungsergänzungsmittel sehen oft aus wie Arzneimittel, sollen aber nur die allgemeine Ernährung ergänzen. Sie werden auch nicht zugelassen, sondern nur angemeldet. Eine Wirksamkeitsprüfung findet nicht statt. Gesundheitsbezogene Aussagen sind bei Nahrungsergänzungsmitteln erlaubt, sie dürfen sich aber nicht auf bestimmte Krankheiten beziehen, sondern nur auf normale Körperfunktionen.

Misstrauisch werden sollten Sie, wenn

  • Werbeaussagen krankheitsbezogene Heilversprechen machen („Hilft gegen Arthrose/Rheuma/Diabetes“ o.ä.)
  • Erfolgsversprechen gemacht oder konkrete Zahlen genannt werden („sechs Kilo weniger in einer Woche“)
  • Ängste geschürt werden, etwa vor Vitaminmangel
  • keine Inhaltsstoffe oder Zutaten genannt sind
  • normale Lebensmittel und eine ausgewogene Ernährung als nicht ausreichend dargestellt werden
  • persönliche Erfahrungen als Nachweis dienen und nicht wissenschaftliche Studien.

So bereiten Sie sich auf das Arztgespräch vor

Durchschnittlich acht Minuten dauert ein Arzt-Patienten-Gespräch. Umso wichtiger ist es, die Zeit sinnvoll zu nutzen und sich vorher Gedanken zu machen.

  • Schreiben Sie sich den Grund für Ihren Arztbesuch auf.
  • Falls Sie Beschwerden haben: Welche, wann, wo und wie lange schon? Überlegen Sie sich vorher, was Sie erzählen möchten, damit Sie beim Arzt nichts vergessen.
  • Gibt es Allergien, chronische Erkrankungen oder treten in der Familie häufig bestimmte Krankheiten auf? Seien Sie auf diese Frage vorbereitet. 
  • Falls Sie Medikamente oder sonstige Mittel einnehmen, bringen Sie eine Liste mit allen Arzneimitteln, gekauften Medikamenten und Nahrungsergänzungsmitteln mit.
  • Fragen Sie vor einer Behandlung, welche Optionen es gibt (Vor- und Nachteile)
  • Nutzen Sie Ihre Patientenrechte. Ärzte sind gesetzlich verpflichtet, Patienten umfassend aufzuklären. Fragen Sie nach, wenn dies nicht geschieht oder wenn Sie die Fachsprache nicht verstehen.

Bundesministerium der Justiz und für Verbraucherschutz BMJV